← Zur Startseite
Patientenwissen / Gallenblasenchirurgie

Die Gallenblase.
Vom Befund zur Behandlung.

Gallenblase, Gallensteine, Entzündung und Operation: die Inhalte Ihrer Klinik-Informationsblätter direkt auf der Website, mit den medizinischen Originalabbildungen.

Patienteninformation

Die Gallenblase

Was ist die Gallenblase?

Die Gallenblase liegt der Unterseite der Leber an. Sie ist ca. 8 -10 cm lang und 3 - 5 cm breit. Der Gallenblasengang vereinigt sich mit dem Lebergallengang zum Hauptgallengang. Dieser fließt in den Zwölffingerdarm. Die Blutversorgung der Gallenblaseerfolgt meist über die rechte Leberarterie. Die Gallenblase dient als Speicher für die in der Leber produzierte Galle (ein Gemisch aus Wasser und Gallensäuren). Die Gallensäure wird von der Leber produziert. Gallensäuren erfüllen wichtige Aufgaben bei der Fettverdauung. Die Gallenblase hingegen ist verzichtbar. Die Gallenflüssigkeit fließt durch die Gallengänge in den Zwölffingerdarm (Duodenum) um dort die aus dem Magen kommende Nahrung zu verdauen. Nehmen wir Nahrung zu uns, dann krampft sich die Gallenblase zusammen um Ihren Inhalt in den Dünndarm abzugeben. Durch die Bindung an die Gallensäure können Nährstoffe durch die Darmwand in den Körper aufgenommen werden. Mit dem Blut erfolgt der Transport zur Leber. In der Leber werden die Nährstoffe von den Gallensäuren entkoppelt. Daraufhin werden die Nährstoffe in den Körper aufgenommen und die Gallensäure wandert erneut über die Gallengänge in den Darm. Dies wird auch enterohepatischer Kreislauf genannt.

Leber, Zwölffingerdarm und Dünndarm (braun), Bauchspeicheldrüse (gelb, Pankreas) und Gallenblase (grün). Der Gallenblasengang (grün, Dct. cysticus) vereinigt sich mit dem Lebergallengang (DHC) zum Hauptgallengang (Dct. c…
Leber, Zwölffingerdarm und Dünndarm (braun), Bauchspeicheldrüse (gelb, Pankreas) und Gallenblase (grün). Der Gallenblasengang (grün, Dct. cysticus) vereinigt sich mit dem Lebergallengang (DHC) zum Hauptgallengang (Dct. choledochus). Die Blutversorgung der Gallenblase erfolgt über die Gallenblasenarterie (rot). Diese entspringt der rechten Leberarterie.
Patienteninformation

Gallensteine

Was sind Gallensteine?

Gallensteine sind ein häufiger Befund (10 - 20 % der Bevölkerung). Meist bestehen sie aus Cholesterin und / oder Calcium und sind unter anderem Folge der Ernährung. Aber es sind auch familiäre Häufungen bekannt.

Warum behandelt man Gallensteine?

Steine in der Gallenblase können chronische Beschwerden aber auch akute Probleme verursachen. So werden in Deutschland jährlich ca. 200.000 Gallenblasenentfernungen (Cholezystektomien) durchgeführt. Hiervon sind ca. 80 % geplante Operationen aufgrund wiederholter Schmerzereignisse (Koliken) oder Komplikationen durch abgehende Steine (biliäre Pankreatitis). Die restlichen Operationen werden aufgrund einer Entzündung der Gallenblase als Notfalloperation durchgeführt.

Leber, Zwölffingerdarm (braun, Duodenum), Bauchspeicheldrüse (gelb, Pankreas) und Gallenblase (grün) mit drei Gallensteinen (gelb)
Leber, Zwölffingerdarm (braun, Duodenum), Bauchspeicheldrüse (gelb, Pankreas) und Gallenblase (grün) mit drei Gallensteinen (gelb)

Wie diagnostiziert man Gallensteine?

In der Diagnostik beginnt alles mit der klinischen Untersuchung (typischer Druckschmerz unter dem rechtem Rippenbogen?). Es folgt eine Ultraschalluntersuchung (Steine? Wand verdickt? Gallengang erweitert?). Eine Laboruntersuchung ist wichtig zur Entscheidung ob ein akuter Handlungsbedarf besteht, oder ob es sich um ein planbares Geschehen handelt (Aufstau von Galle?, Entzündungszeichen?).

Wann sollte man Gallensteine behandeln?

Nicht alle Patienten mit Gallensteinen müssen gleich operiert werden. Doch werden durch die Steine in der Gallenblase Schmerzen oder gar eine Entzündung der Gallenblase oder der Bauchspeicheldrüse verursacht, so ist eine Entfernung der Gallenblase notwendig und sinnvoll.

Patienteninformation

Gallenblasenentzündung

Was ist eine Gallenblasenentzündung?

Patientinnen und Patienten mit einer akuten Entzündung der Gallenblase (Cholezystitis) stellen sich in den allermeisten Fällen über unsere Rettungsstelle vor. Typisch ist der Oberbauchschmerz unter dem rechten Rippenbogen. Oft ist er begleitet von Fieber und einem allgemeinen Schwächegefühl. Bei vielen Patienten sind bereits Gallensteine bekannt.

Bei der Entzündung der Gallenblase kommt es zu einer Entzündung der Gallenblasenwand. In den allermeisten Fällen ist eine Abflussstörung der Galle aus der Gallenblase durch Steine ursächlich für die Entzündung. Die Entzü…
Bei der Entzündung der Gallenblase kommt es zu einer Entzündung der Gallenblasenwand. In den allermeisten Fällen ist eine Abflussstörung der Galle aus der Gallenblase durch Steine ursächlich für die Entzündung. Die Entzündung der Gallenblase zeigt sich in der Ultraschalluntersuchung durch eine verdickte Wand (durch ein Ödem). Wichtig ist die Beurteilung des gemeinsamen Gallenganges. Ist er erweitert? Dies verlangt unter Umständen eine weitere Abklärung.

Welche Diagnostik ist notwendig?

Meist fallen erhöhte Entzündungszeichen im Labor auf (Leukozyten und CRP – C-reaktives Protein). Von großem Interesse ist das Bilirubin im Serum. Dies ist ein Abbauprodukt des roten Blutfarbstoffes der über die Galle ausgeschieden wird. Ist er erhöht (> 1,2 mg/dl), so kann dies ein Zeichen für einen aufgestauten Gallengang sein. Bei einem deutlich erhöhten Bilirubin werden zunächst die Augen, später auch die Haut gelb (Gelbsucht = Ikterus). Außerdem wird die Lipase im Serum bestimmt um eine Mitentzündung der Bauchspeicheldrüse zu erkennen (biliäre Pankreatitis ) und ggf. zu behandeln.

Bei aufgestautem Gallenhauptgang muss durch eine Endoskopie (Endosonographie = Ultraschall von Innen) geklärt werden, ob sich Steine im Gallengang befinden. Befinden sich Steine im Gallengang, so wird mit Hilfe eines spe…
Bei aufgestautem Gallenhauptgang muss durch eine Endoskopie (Endosonographie = Ultraschall von Innen) geklärt werden, ob sich Steine im Gallengang befinden. Befinden sich Steine im Gallengang, so wird mit Hilfe eines speziellen Gerätes die Einmündungsstelle des Gallenganges in den Zwölffingerdarm eröffnet (Papillotomie) und die Steine werden mit kleinen Körbchen aus dem Gallengang geborgen (ERCP). Diese Untersuchungen und Behandlungen werden durch unsere Kolleginnen und Kollegen der Gastroenterologie durchgeführt (Teilgebiet der Inneren Medizin, Schwerpunkt: MagenDarm Trakt).

Wie wird eine Gallenblasenentzündung behandelt?

Die eigentliche Therapie der akuten Gallenblasenentzündung ruht im Wesentlichen auf 3 Säulen. Der Schmerztherapie, der Antibiotikatherapie und der Operation. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass die beste Strategie im Langzeitverlauf die zeitnahe operative Entfernung der entzündeten Gallenblase ist. Nur so kann der Fokus der Entzündung sicher kontrolliert werden.

Patienteninformation

Gallenblasenoperation

Wann wird die Gallenblase entfernt?

Eine Entfernung der Gallenblase (Cholezystektomie ) ist entweder bei einem Gallenblasensteinleiden (Cholezystolithiasis ) mit Beschwerden (Schmerzen, durch Gallensteine verursachte Bauchspeicheldrüsenentzündung) oder bei einer akuten oder chronischen Entzündung (Cholezystitis ) begründet. Seltene Gründe sind ein Polyp in der Gallenblase oder eine Schrumpfgallenblase/ Porzellangallenblase.

Wie ist der Ablauf der Behandlung bei Gallensteinleiden? (geplante Operation)

Der erste Schritt ist ein Beratungsgespräch in unserer Sprechstunde. Wenn die Notwendigkeit zur Operation gegeben ist, kann unmittelbar ein Termin vereinbart werden. Die allgemeinen Vorbereitungen (Labor, Gespräch mit Narkoseärztin oder -arzt etc.) erfolgen in der Regel 2 Tage vor der eigentlichen Operation. Am Operationstag kommen Sie zur vereinbarten Zeit nüchtern in das ambulante Zentrum

Wie ist der Ablauf bei einer akuten Entzündung der Gallenblase? (Notfall-Operation)

Patientinnen und Patienten mit einer akuten Entzündung der Gallenblase stellen sich in den allermeisten Fällen über unsere Rettungsstelle vor. Typische Beschwerden sind Schmerzen im Bereich des rechten Oberbauches. Oft verbunden mit Fieber. Als wichtiger Teil der Therapie wird eine Antibiotikatherapie bei Diagnosestellung begonnen. Die Diagnose kann oft relativ einfach mit einer Ultraschalluntersuchung gestellt werden. In seltenen Fällen wird dies ergänzt durch eine Computertomografie. Auch eine Blutuntersuchung wird durchgeführt . Dies ist wichtig zur Beantwortung der Frage ob der Abfluss von Gallensekreten behindert ist (Cholestase). Ist dies der Fall wird in einem ersten Schritt durch eine Endoskopie (Endosonographie) der Gallenhauptgang untersucht. Besteht der Verdacht auf einen Stein im Gallenhauptgang so wird dieser mit einem endoskopischen Verfahren geborgen (Papillotomie, ERCP) . In einem zweiten Schritt wird dann die Gallenblase mit den Steinen entfernt (Therapeutisches Splitting).

Wie geht es nach der OP weiter?

Durch den Einsatz der Schlüssellochtechnologie, die schichtgerechte Präparation und durch eine gute Schmerztherapie können die Patientinnen und Patienten schon am Abend der Operation aufstehen und Nahrung wie gewohnt zu sich nehmen. Die erforderlichen Kontrollen und der Entlassungszeitpunkt richten sich nach dem individuellen Verlauf. Für einige Tage sollte man sich noch etwas schonen. Ob Fäden entfernt werden müssen, hängt vom verwendeten Nahtmaterial ab.

Warnzeichen

Bei akuten Beschwerden
nicht abwarten.

Plötzlich starke oder zunehmende Bauchschmerzen, anhaltendes Erbrechen, Fieber oder eine Gelbfärbung von Haut oder Augen müssen umgehend medizinisch abgeklärt werden. Eine schmerzhafte harte Bruchvorwölbung kann auf eine Einklemmung hinweisen.

Bei einem lebensbedrohlichen Zustand oder Kreislaufproblemen rufen Sie 112. Warten Sie im Notfall nicht auf einen Sprechstundentermin.

Notruf 112
Zur Sprechstunde ↗