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Patientenwissen / Hernienchirurgie

Hernien verstehen.
Behandlung kennenlernen.

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Was ist eine Hernie?

Was ist eine Hernie?

Eine Hernie ist durch drei Merkmale definiert. Die Bruchpforte, den Bruchsack und den Inhalt des Bruchsacks. Bei einer Bauchwandhernie bleibt die Haut meist intakt. Die Bruchlücke ist eine angeborene oder erworbene Schwachstelle der Bauchwand. Der Bruchsack wird durch das sogenannte Bauchfell gebildet. Dieses kleidet die gesamte Bauchhöhle wie eine innere Haut aus. Meist drückt sich Bauchfett, Dünn- oder Dickdarm in den Bruchsack hinein.

1 - Haut und Unterhaut 2 - Bauchmuskulatur 3 - Bauchfell (Peritoneum) 4 - Dünndarm
1 - Haut und Unterhaut 2 - Bauchmuskulatur 3 - Bauchfell (Peritoneum) 4 - Dünndarm

Welche Hernien gibt es?

Die Bauchwandhernien kann man in unterschiedliche Gruppen unterteilen. Die meisten Operationen entfallen auf die Leisten- und Schenkelhernien. Auch die Nabelhernien stellen ein häufiges Krankheitsbild dar. Die dritte große Gruppe sind die Narbenhernien. Sie entstehen nach vorangegangener Operation im Bereich der Narbe. Es wird vermutet, dass bis zu 20 % aller Patientinnen und Patienten die mit einem Bauchschnitt behandelt wurden im Verlauf von 10 Jahren an einer Narbenhernie erkranken. Seltene Hernien sind sogenannte Innere Hernien. Als Beispiel sei hier die Zwerchfellhernie (Hiatushernie) genannt. Bei dieser stülpt sich ein Teil des Magens durch das Zwerchfell in den Brustkorb. Dies verursacht Beschwerden bei der Nahrungsaufnahme und kann chronisches Sodbrennen verursachen.

1 - Leistenhernie 2 - Schenkelhernie 3 - Nabelhernie 4 - Narbenhernie 5 - Hiatushernie
1 - Leistenhernie 2 - Schenkelhernie 3 - Nabelhernie 4 - Narbenhernie 5 - Hiatushernie
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Behandlung von Hernien

Wann behandelt man Hernien?

Bauchwandhernien fallen häufig durch eine Schwellung auf. Nicht selten wird diese nach körperlicher Belastung bemerkt. Oft ist die Schwellung schmerzhaft. Schon dies ist in der Regel Grund genug zu einer operativen Behandlung. Aufgrund einer möglichen Einklemmung besteht bei symptomatischer Hernie eindeutig die Indikation zur geplanten Versorgung der Hernie. Das heißt, die Operation wird empfohlen. Kann die Hernie nicht reponiert werden, so erfolgt die Operation noch im selben Aufenthalt. Besteht der Verdacht auf eingeklemmten Darm so ist eine zeitnahe Operation notwendig.

Wie behandelt man Hernien?

Ein früher häufig eingesetztes Bruchband kann die Einklemmung leider nicht verhindern. Deshalb wird dieses heute nur noch sehr selten verordnet. Die Operation erfolgt heute offen oder in Schlüssellochtechnik (Minimalinvasive Chirurgie). In den meisten Fällen wird ein Kunststoffnetz implantiert um einem erneuten Auftreten der Hernie (Rezidiv) vorzubeugen. Oft steht die Frage im Raum ob es nicht ohne Operation geht. Dies ist bei gut reponibler Hernie und wenig Beschwerden sicher möglich. Doch müssen die Patientinnen und Patienten über das Risiko und die Symptome einer Einklemmung und deren Folgen aufgeklärt werden. Wenn Darm oder andere Organe in der Bruchlücke festklemmen, so ist die Blutversorgung mitunter gemindert. Dies kann zu einer Gewebeschädigung führen. Eine Bauchfellentzündung kann sich entwickeln. Dieses Krankheitsbild muss dann mit einer Not-Operation behandelt werden. Aus diesem Grund wird auch bei Hernien welche nur wenig Beschwerden verursachen eher zu einer Operation geraten. Voraussetzung hierfür ist eine sichere Durchführung und gute Langzeitergebnisse des gewählten Operationsverfahrens. Denn nur so lässt sich der Aufwand und das Risiko eines operativen Eingriffes mit Narkose im Vergleich mit dem nur schwer zu beziffernden Risiko einer eventuell in der Zukunft eintretenden Einklemmung rechtfertigen. Vor allem bei komplexen Narbenhernien nach multiplen Voroperationen ist eine Entscheidung manchmal nicht so einfach. Hier ist es besonders wichtig die Entscheidung für oder gegen eine Operation gemeinsam zu treffen.

Wie ist der Ablauf der Behandlung?

Der erste Schritt ist ein Beratungsgespräch in unserer Sprechstunde. Wenn die Notwendigkeit zur Operation gegeben ist, kann unmittelbar ein Termin vereinbart werden. Die allgemeinen Vorbereitungen (Labor, Anästhesie und ggf. weitere Untersuchung) erfolgen einige Tage vor der eigentlichen Operation. Am Operationstag kommen Sie zur vereinbarten Zeit nüchtern in das ambulante Zentrum.

Wie geht es nach der OP weiter?

Bedingt durch die schonenden Operationsverfahren und durch eine gute Schmerztherapie können die Patientinnen und Patienten schon am Abend der Operation aufstehen und Nahrung wie gewohnt zu sich nehmen. Patientinnen und Patienten ohne Risikofaktoren können bei manchen Operationsverfahren schon am gleichen Tag nach Hause gehen (Ambulantes Operieren). Der Entlassungszeitpunkt wird nach Eingriff und Verlauf individuell festgelegt. Für einige Tage sollte man sich noch schonen. Ob Fäden entfernt werden müssen, hängt vom verwendeten Nahtmaterial ab.

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Nabelhernie

Was ist eine Nabelhernie?

Eine Nabelhernie (Nabelbruch) ist ein häufiger Zufallsbefund. Es handelt sich um eine Bruchlücke in der bindegewebigen Mittellinie der Bauchdecke. Häufig verursacht ein Nabelbruch keine Beschwerden. Bei Beschwerden sollte eine Operation geplant werden. Meist sind die Schmerzen durch die Einklemmung von Gewebe aus der Bauchhöhle verursacht. In seltenen Fällen kann auch Darm einklemmen und eine Notfalloperation notwendig machen.

Warum bekommt man eine Nabelhernie?

Bis zur Geburt tritt durch den Bauchnabel die Nabelschnur. In den meisten Fällen verschließt sich die Öffnung selbstständig. In manchen Fällen bleibt die Öffnung jedoch bestehen. In anderen Fällen kommt es durch eine Bindegewebsschwäche (z.B. nach Schwangerschaft) oder auch bei Übergewicht zu einem Wiedereröffnen. Durch diese Öffnung kann Fettgewebe oder auch das Bauchfell (Peritoneum) hindurchtreten. Eine weitere Besonderheit ist die Erweiterung der Linea alba (Rektusdiastase) .

Wie diagnostiziert man eine Nabelhernie?

Die Diagnose sollte durch eine erfahrene Untersucherin oder Untersucher erfolgen. Entscheidend sind die Krankengeschichte und die körperliche Untersuchung. Zusätzlich können bei einigen Patientinnen und Patienten ein Ultraschall, CT oder MRT erforderlich sein.

Die Bauchdecke besteht aus der seitlich verlaufenden schrägen und der in der Mitte verlaufenden geraden Bauchmuskulatur. Zwischen dieser befindet sich die sogenannte weiße Linie (Linea alba). In dieser bindegewebigen Sch…
Die Bauchdecke besteht aus der seitlich verlaufenden schrägen und der in der Mitte verlaufenden geraden Bauchmuskulatur. Zwischen dieser befindet sich die sogenannte weiße Linie (Linea alba). In dieser bindegewebigen Schicht kann sich die Bruchlücke für eine Nabelhernie bilden. Durch diese Lücke können Fettgewebe oder gar Dünndarm gelangen und Beschwerden verursachen.
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Epigastrische Hernie

Was ist eine Epigastrische Hernie?

Epigastrische Hernien sind etwas höher gelegen als der Nabel. Hier ist die Bauchmuskulatur in der Mittellinie zu einer bindegewebigen Linie verwachsen (sogenannte weiße Linie = Linea alba). Es können sich Schwachstellen entwickeln welche zu einer Bruchlücke führen können. Ist die Linea Alba erweitert, so bezeichnet man dies als Rektusdiastase. Für sich genommen ist diese nicht behandlungsbedürftig. Ist eine Rektusdiastase jedoch mit eine Hernie (Epigastrisch oder Nabel) kombiniert, so ist dies bei der Behandlung zu berücksichtigen. Streng genommen muss man die eigentlichen Nabelhernien von den epigastrischen Hernien unterscheiden. Die Therapie erfolgt jedoch in gleicher Weise wie die Behandlung von Nabelhernien.

Schematische Übersicht der Bauchmuskulatur (rot). In der Mittellinie befindet sich über dem Nabel (1) eine Bruchlücke (2) in der bindegewebigen weißen Linie (Linea alba).
Schematische Übersicht der Bauchmuskulatur (rot). In der Mittellinie befindet sich über dem Nabel (1) eine Bruchlücke (2) in der bindegewebigen weißen Linie (Linea alba).
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Leistenhernie

Was ist eine Leistenhernie?

Eine Leistenhernie wird auch als Leistenbruch bezeichnet. Männer sind häufiger betroffen als Frauen. Typisch ist eine Schwellung im Bereich der Leistenregion. Diese wird unter Belastung (Stehen, Tragen schwerer Lasten) größer. Verschiedene Ursachen liegen der Erkrankung zu Grunde. Als wesentlich muss eine Schwäche des Bindegewebes angenommen werden.

Treten Organe umhüllt von Bauchfell (lila, Peritoneum) durch den inneren Leistenring nach außen (6) bezeichnet man das als indirekte Hernie. Tritt der Bruchsack direkt durch den äußeren Leistenring so bezeichnet man das …
Treten Organe umhüllt von Bauchfell (lila, Peritoneum) durch den inneren Leistenring nach außen (6) bezeichnet man das als indirekte Hernie. Tritt der Bruchsack direkt durch den äußeren Leistenring so bezeichnet man das als direkte Hernie (7).

Durch den inneren Leistenring (1) treten der Samenstrang und die begleitenden Gefäße und Nerven (4) in den Leistenkanal (2). Nach Durchtritt durch den äußeren Leistenring gelangen die Strukturen zum Hoden (5).

Wie kommt es zu einer Leistenhernie?

Grund für das häufige Auftreten ist eine Schwäche der Hinterwand des Leistenkanals. Der Leistenkanal beginnt am Inneren Leistenring. Im Leistenkanal verlaufen beim Mann der Samenstrang, Nerven und Blutgefäße. Diese verlassen den Leistenkanal durch den äußeren Leistenring. Der Samenstrang, die Hodenarterie und die Hodenvenen verlaufen dann gemeinsam zum Hoden. Bei der Frau hingegen befindet sich im Leistenkanal ein Halteband der Gebärmutter, Nerven und auch kleine Blutgefäße. Die komplizierte Anatomie der Leiste liegt in der Entwicklung des Menschen begründet.

Welche Arten der Leistenhernie gibt es?

Wenn sich der innere Leistenring nicht richtig verschließt ist hier eine angeborene Schwachstelle. Es handelt sich dann um eine angeborene Hernie. Der Bruchsack und dessen Inhalt wölben sich in den Leistenkanal vor. Bildet sich eine neue Schwachstelle im Bereich der Leistenkanalhinterwand, so ist die Hernie erworben. Die Bruchlücke ist mittig (medial) gelegen. Liegt eine Hernie über lange Zeit vor, so kann sich der Bruchsack bis in den Hoden vorwölben. Das wird dann in der Fachsprache als Skrotalhernie bezeichnet.

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Schenkelhernie

Was ist eine Schenkelhernie?

Auch bei Frauen können sich Leistenhernien entwickeln. Dies ist jedoch seltener als bei Männern der Fall. Häufiger als beim Mann kommt es jedoch zu der Ausbildung einer Schenkelhernie. Die Schenkelhernie ist ein Bruch unterhalb des Leistenbandes. Der Bruchsack findet sich mittig der Arterie und der Vene des Beines. Bei Frauen findet sich im Leistenkanal ein starkes Band, welches die Gebärmutter stützt. Die Behandlung erfolgt nach den gleichen Prinzipien wie die der Leistenhernie. Frauen sollten nach Möglichkeit immer mit einer minimalinvasiven Technik behandelt werden (z.B. TAPP).

Anatomie einer rechten Leiste mit Schenkelhernie 1. Innerer Leistenring 2. Leistenkanal 3. Äußerer Leistenring 9. Halteband der Gebärmutter mit begleitenden Nerven und Gefäßen 10. Beinarterie (Arteria femoralis) 11. Bein…
Anatomie einer rechten Leiste mit Schenkelhernie 1. Innerer Leistenring 2. Leistenkanal 3. Äußerer Leistenring 9. Halteband der Gebärmutter mit begleitenden Nerven und Gefäßen 10. Beinarterie (Arteria femoralis) 11. Beinvene (Vena femoralis) 12. Schenkelhernie
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Therapie der Leistenhernie

Wie behandelt man eine Leistenhernie?

In Deutschland werden jährlich ca. 300.000 Operationen wegen eines Leistenbruches durchgeführt. Somit handelt es sich um einen der am häufigsten durchgeführten Eingriffe. Neben der offenen Operation mit oder ohne Netz haben sich in neuerer Zeit minimalinvasive Methoden mit Netzeinlage fest etabliert. Nach aktueller Meinung ist es ratsam ein leichtes, grobporiges Netz zu verwenden um gute Ergebnisse zu erzielen. Die Netze sind entweder nicht resorbierbar oder nur ein Teil wird resorbiert. Durch die Einlage eines Kunststoffnetzes kommt es zu weniger Rezidiven.

Offene Methoden – Nahtverfahren mit oder ohne Netz?

Die Anfänge der Chirurgie der Leistenhernie reichen weit zurück. Lange Zeit gab es einzig und allein die Möglichkeit über einen Hautschnitt den Leistenkanal zu eröffnen und im Anschluss mit verschiedenen Nahttechniken zu rekonstruieren (z.B. Shouldice). Durch Fortschritte in der Medizintechnik wurden schließlich Kunststoffnetze entwickelt und erfolgreich zur operativen Versorgung der Leistenhernie verwendet. In den Empfehlungen der Fachgesellschaften wird heute für fast alle Patientinnen und Patienten die Operation einer Leisten-, Skrotal- oder Schenkelhernie mit Einlage eines Kunststoffnetzes empfohlen. Die weltweit häufigste Methode zur Versorgung von Leistenhernien ist die Operation nach Lichtenstein. Hierbei wird ein Kunststoffnetz implantiert um einem Rezidiv vorzubeugen.

Minimalinvasive Methoden – immer mit Netz!

Die Verfahren der Minimalinvasiven Hernienreparation wurden in den 1990er Jahren entwickelt und haben sich mittlerweile als mindestens gleichwertige Standardverfahren etabliert. Die Minimalinvasive Chirurgie (Schlüssellochchirurgie) wird auch als Laparoskopie (Bauchspiegelung) bezeichnet. Bei den Minimalinvasiven Methoden unterscheidet man zwischen einer Spiegelung der Bauchhöhle (TAPP – Transabdominale Präperitoneale Plastik) und einer Spiegelung der Bauchdecke (TEP – Totale Extraperitoneale Plastik). Bei beiden Verfahren werden immer Netze implantiert. Diese werden bei beiden Methoden hinter die Leistenkanalhinterwand implantiert. Um Schmerzen zu vermeiden wird eine Fixierung heute nur noch bei großen Befunden durchgeführt.

Wie ist der Ablauf der Behandlung?

Der erste Schritt ist ein persönliches Beratungsgespräch in unserer Sprechstunde. Wenn die Notwendigkeit zur Operation gegeben ist, kann unmittelbar ein Termin vereinbart werden. Die allgemeinen Vorbereitungen (Labor, Anästhesiegespräch etc.) erfolgen in der Regel 1-2 Tage vor der eigentlichen Operation. Am Operationstag kommen Sie zur vereinbarten Zeit nüchtern in das Ambulante Zentrum.

Wie geht es nach der Operation weiter?

Schon am Abend der Operation können sie aufstehen und Nahrung wie gewohnt zu sich nehmen. Junge und gesunde Patientinnen und Patienten können schon am Operationstag nach Hause entlassen werden (Ambulantes Operieren). Der Entlassungszeitpunkt wird nach Eingriff und Verlauf individuell festgelegt. Für einige Tage sollte man sich noch schonen. Ob Fäden entfernt werden müssen, hängt vom verwendeten Nahtmaterial ab.

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Shouldice: offen ohne Netz

Das bekannteste und bestuntersuchte offene Verfahren ohne Netz ist die Operation nach Shouldice. Diese Methode wurde erstmals 1944 von dem kanadischen Chirurgen Edward Shouldice vorgestellt. Noch heute wird in dieser Technik an einem nach Ihm benannten kanadischen Krankenhaus in hoher Fallzahl und guter Qualität operiert. Das Verfahren kann bei ausgewählten Patientinnen und Patienten nach gemeinsamer Abwägung und bei entsprechender operativer Erfahrung eingesetzt werden. In dem Aufklärungsbogen muss dokumentiert werden das über das erhöhte Risiko eines Rezidivs gesprochen wurde, da kein Netz eingebracht wird.

Bei der Operation nach Shouldice wird die Hinterwand (rot) des Leistenkanals zunächst in Längsrichtung gespalten. Im Anschluss erfolgt die Rekonstruktion mit einer mehrschichtigen Naht (blau). Bei dieser Operationsmethod…
Bei der Operation nach Shouldice wird die Hinterwand (rot) des Leistenkanals zunächst in Längsrichtung gespalten. Im Anschluss erfolgt die Rekonstruktion mit einer mehrschichtigen Naht (blau). Bei dieser Operationsmethode wird kein Netz implantiert.
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Lichtenstein: offen mit Netz

Weltweit am häufigsten durchgeführt wird die Leistenhernienreparation nach Lichtenstein. Diese Operationsmethode wurde 1989 durch den amerikanischen Chirurgen Irving Lichtenstein veröffentlicht und hat sich seitdem zu einem sicheren Standardverfahren entwickelt.

Bei der Operation nach Lichtenstein wird über einen Hautschnitt der Leistenkanal dargestellt und die Hinterwand (rot) mit einem Kunststoffnetz (weiß) verstärkt. Das Netz verwächst mit dem Gewebe und senkt somit die Rate …
Bei der Operation nach Lichtenstein wird über einen Hautschnitt der Leistenkanal dargestellt und die Hinterwand (rot) mit einem Kunststoffnetz (weiß) verstärkt. Das Netz verwächst mit dem Gewebe und senkt somit die Rate an Rezidiven.
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TAPP: minimalinvasiv mit Netz

Die TAPP bezeichnet die Transabdominale Präperitoneale Plastik. Mittels speziellen Geräten (Trokare und Insufflator) wird die Bauchhöhle mit CO2 (Kohlendioxid) gefüllt. Dadurch ist Platz vorhanden um mit speziellen Instrumenten und einer Kamera den Bruchsack in die Bauchhöhle zurückzubringen und im Anschluss die Hinterwand des Leistenkanals unter Sicht mit einem Netz zu verstärken um einem erneuten Entstehen einer Hernie vorzubeugen. Der anschließende Verschluss des Bauchfells mit einer Naht ist wichtig um einer Einklemmung von z. B. Dünndarm vorzubeugen. Durch den Einsatz der minimalinvasiven Technik können die Schmerzen reduziert werden und die Narben sind kleiner.

Bei der TAPP wird das Bauchfell (rot) eröffnet. Ein Bruchsack kann mit speziellen Haltezangen und Scheren in die Bauchhöhle zurückverlagert werden. Nun kann das Netz (lila) von innen gegen die Bauchdecke platziert werden…
Bei der TAPP wird das Bauchfell (rot) eröffnet. Ein Bruchsack kann mit speziellen Haltezangen und Scheren in die Bauchhöhle zurückverlagert werden. Nun kann das Netz (lila) von innen gegen die Bauchdecke platziert werden. Dies soll einem erneuten Leistenbruch vorbeugen. Am Ende der Operation wird das Bauchfell mit einer Naht verschlossen. Das Netz ist von Bauchfell bedeckt und hat keinen Kontakt mit den Organen der Bauchhöhle.
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TEP: minimalinvasiv mit Netz

Die TEP bezeichnet die Totale Extraperitoneale Plastik. Wie der Name schon andeutet ist die Besonderheit dieser Methode, dass der Eingriff ohne die Eröffnung des Bauchfells (Peritoneum) auskommt. Vielmehr wird durch spezielle Geräte (Trokare und Insufflator) das CO2 (Kohlendioxid) nicht in die Bauchhöhle, sondern in die Bauchdecke eingebracht. Mit Hilfe spezieller Instrumente kann nun der Raum zwischen Bauchfell und Bauchwand präpariert werden. Nach Repositionierung des Bruchsackes wird ein Netz eingebracht um einem erneuten Auftreten einer Hernie (Rezidiv) vorzubeugen. Am Ende der Operation kommt das Netz in genau dem Raum zu liegen in welchem auch bei der TAPP das Netz platziert wird.

Bei der TEP (Totale Extraperitoneale Plastik) wird das Netz (lila) durch die Bauchdecke hinter die Hinterwand des Leistenkanals eingebracht. Vorteil der Methode ist die Unversehrtheit der Bauchhöhle. Das Bauchfell (rot) …
Bei der TEP (Totale Extraperitoneale Plastik) wird das Netz (lila) durch die Bauchdecke hinter die Hinterwand des Leistenkanals eingebracht. Vorteil der Methode ist die Unversehrtheit der Bauchhöhle. Das Bauchfell (rot) bleibt intakt.
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Narbenhernie

Was ist eine Narbenhernie?

Narbenhernien (Narbenbrüche) sind ein häufiges Krankheitsbild. Hierbei ist die Bauchwand durch eine frühere Operation geschwächt. Gewebe oder Organe aus dem Bauchraum können durch eine Lücke in der Bauchdecke hindurchtreten und Beschwerden verursachen. Narbenhernien treten meistens in der Mittellinie auf. Risikofaktoren sind Übergewicht, Voroperationen, Bindegewebsschwäche sowie Rauchen und einige andere Umstände.

Die Bauchdecke besteht aus der seitlich verlaufenden schrägen und der in der Mitte verlaufenden geraden Bauchmuskulatur. Zwischen dieser befindet sich die sogenannte weiße Linie (Linea alba ). In dieser bindegewebigen Sc…
Die Bauchdecke besteht aus der seitlich verlaufenden schrägen und der in der Mitte verlaufenden geraden Bauchmuskulatur. Zwischen dieser befindet sich die sogenannte weiße Linie (Linea alba ). In dieser bindegewebigen Schicht findet sich oft die Bruchlücke der Narbenhernie. Durch diese Lücke können Fettgewebe oder gar Dünndarm gelangen und Beschwerden verursachen.

Welche Beschwerden kann ein Narbenhernie verursachen?

Der typische Befund einer Hernie ist die Vorwölbung. Diese verschwindet typischerweise im Liegen. Manche Brüche sind auch dauerhaft sichtbar. Viele Betroffene haben störende Schmerzen. Jede Hernie birgt das Risiko einer Einklemmung! Alarmzeichen sind eine pralle, schmerzhafte Vorwölbung. Häufig wird die Darmpassage behindert. Es kommt zu Erbrechen und Bauchschmerzen. Dieses Krankheitsbild wird dann als Darmverschluss bezeichnet. Kommt es zu einer Einklemmung von Darm, kann es zu einer Durchblutungsstörung kommen. Das ist ein absoluter Notfall!

Wie wird die Diagnose einer Narbenhernie gestellt?

Die Diagnose sollte durch eine erfahrene Untersucherin oder Untersucher erfolgen. Entscheidend sind die Krankengeschichte und die körperliche Untersuchung. Zusätzlich können bei einigen Patientinnen und Patienten ein Ultraschall, CT oder MRT erforderlich sein.

Wie behandelt man Narbenhernien?

Narbenhernien verschließen sich nicht von selbst. Im Laufe der Zeit werden sie oft größer. Ob jede Narbenhernie operiert werden muss ist noch nicht abschließend geklärt. Werden durch einen Narbenbruch Beschwerden verursacht, dann ist meist eine Operation die Behandlung der Wahl. Heute stehen neben den offenen Verfahren auch minimalinvasive Methoden zur Verfügung. Zur Verstärkung der Bauchwand wird bei allen Operationsverfahren ein spezielles Kunststoffnetz verwendet. Der optimale Operationszeitpunkt muss mit jeder Patientin und jedem Patienten individuell festgelegt werden. Berücksichtigt werden hierbei die aktuellen Beschwerden, der Patientenwunsch, Begleiterkrankungen sowie die übliche körperliche Belastung.

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Parastomale Hernie

Was ist eine parastomale Hernie?

Patientinnen und Patienten mit einem künstlichen Darmausgang entwickeln häufig eine sogenannte parastomale Hernie. Hierbei prolabiert meist Dünndarm oder Bauchfett durch das eigentlich für den Darmausgang geschaffene Loch in der Bauchdecke. Typisch ist eine meist reponible Schwellung im Bereich des Darmausgangs. Dies kann zu unangenehmen Schmerzen führen. Selten verursacht eine Einklemmung gar einen Darmverschluss.

Wie diagnostiziert man eine parastomale Hernie?

Die Diagnose sollte durch eine erfahrene Untersucherin oder Untersucher erfolgen. Entscheidend sind die Krankengeschichte und die körperliche Untersuchung. Zusätzlich können bei einigen Patientinnen und Patienten ein Ultraschall, CT oder MRT erforderlich sein. Auch eine Darmspiegelung kann nützliche Informationen zur Therapieplanung geben.

Wie behandelt man eine parastomale Hernie?

Die Therapieoptionen sind vielfältig (Rückverlagerung, Neuanlage, Reparation der Hernie mit Netz). Solange kein Darm eingeklemmt ist kann häufig abgewartet werden. Insbesondere dann, wenn der künstliche Darmausgang zurückverlegt werden soll. Kommt es immer wieder zu Beschwerden, dann gibt es mehrere Möglichkeiten der chirurgischen Behandlung. An allererster Stelle sollte geprüft werden, ob eine Rückverlagerung des Stomas, also eine Wiederherstellung der Kontinuität möglich und gewünscht ist. Als weitere Möglichkeit kann das Stoma an einer anderen Stelle (meist die Gegenseite) neu angelegt werden. Diese Option ist oft geeignet für Fälle, bei denen das Stoma im Notfall angelegt wurde und nicht den eigentlichen Anforderungen entspricht. Soll das bestehende Stoma erhalten bleiben, so wird das Loch in der Bauchdecke meist von Innen mit einem speziell gefertigten Kunststoffnetz verkleinert um ein Hindurchtreten von Dünndarm zu verhindern. Die Operation kann sowohl offen mit einem Bauchschnitt oder in Schlüssellochtechnik durchgeführt werden. Man unterscheidet je nach Netzposition verschiedene Techniken.

Verfahren bei parastomaler Hernie
VerfahrenPrinzip
KeyholeNetz mit schlüssellochförmiger Aussparung
SugarbakerFlächiges Netz vor dem ausgeleiteten Darmabschnitt
SandwichKombination aus Keyhole und Sugarbaker mit zwei Netzen
Pauli-ProzedurNetz in der Bauchdecke

Welche Methode die geeignetste ist muss für jede Patientin und jeden Patienten individuell entschieden werden. Wichtig hierbei sind die durchgeführten Voroperationen und der Patientenwunsch.

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Rektusdiastase

Was ist eine Rektusdiastase?

Wenn die weiße Linie (lat.: Linea alba) als Ganzes verbreitert ist, dann nennt man das Rektusdiastase. Bei Belastung wölbt sich diese vor und es scheint so als würde es sich um eine Hernie handeln. Eine Rektusdiastase bedarf meist keiner Behandlung. Häufig kommt sie jedoch in Kombination mit Hernien im Nabelbereich vor. Eine Rektusdiastase kann durch eine Raffung behandelt werden. Bei gleichzeitig vorliegender Hernie kann mit verschiedenen Verfahren die Hernie über einen kleinen Zugang verschlossen und die verbreitete Linea Alba im Anschluss mittels Naht gerafft werden.

Warnzeichen

Bei akuten Beschwerden
nicht abwarten.

Plötzlich starke oder zunehmende Bauchschmerzen, anhaltendes Erbrechen, Fieber oder eine Gelbfärbung von Haut oder Augen müssen umgehend medizinisch abgeklärt werden. Eine schmerzhafte harte Bruchvorwölbung kann auf eine Einklemmung hinweisen.

Bei einem lebensbedrohlichen Zustand oder Kreislaufproblemen rufen Sie 112. Warten Sie im Notfall nicht auf einen Sprechstundentermin.

Notruf 112
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